
Geschichte von Kaubenheim
Kaubenheim — fränkisch Kauma — ist ein Ortsteil des Marktes Ipsheim im Landkreis Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim. Der Ort liegt an der Tief, einem linken Zufluss der Aisch, und besteht aus den historisch getrennten Teilen Kaubenheim (im Norden) und Mennheim (im Süden).
Erste urkundliche Erwähnung (1103)
Die älteste bekannte Erwähnung von Kaubenheim stammt aus dem Jahr 1103: In einer Schenkungsurkunde an das Kloster Hirsau treten Reginolt de Cubenheim und sein Bruder Wignant als Zeugen auf. Der Ortsname „Cubenheim“ wandelte sich über die Jahrhunderte zum heutigen Kaubenheim.
Mittelalter
Im Bereich von Mennheim stand einst die Burg Kaubenheim, bewohnt von den Rittergrafen von Mennheim. Die Burg wurde vermutlich 1381 zerstört und ist heute nicht mehr erhalten — sie stand auf einer künstlich angelegten Erhöhung.
955 kehrte ein Rittergraf von Mennheim von der Schlacht auf dem Lechfeld zurück und erbaute aus Dankbarkeit die Kapelle St. Laurentius (volkstümlich: „Käpalla“). Sie gehört zu den Triumph- und Dankeskirchen, die Kaiser Otto I. nach dem Sieg über die Ungarn errichten ließ — der Schlachttag, der 10. August, ist der Festtag des Heiligen Laurentius.
1364 sprach das Landgericht Nürnberg der Stadt Windsheim Güter in Mennheim und Kaubenheim zu. Auch das Kloster Heilsbronn hatte historische Verbindungen zum Ort.
Reformation und Frühe Neuzeit
- 1529: Pastor Johann Georgi aus Hof wird erster evangelischer Pfarrer
- 1533: Beginn der Kirchenbücher
- 1588: Kaubenheim hat 61 Haushalte
- 1591: Nur noch 23 Haushalte und 5 verlassene Gehöfte
- 1687: Blitzschlag zerstört die Bergkirche St. Michael am 21. März um 12 Uhr mittags
- 1695–1702: Wiederaufbau der Kirche
- Bis 1717: Innenausstattung vollendet (Kanzel, Emporen, Altar, zwei Glocken)
Jüdische Gemeinde
Kaubenheim hatte eine bemerkenswerte jüdische Gemeinde:
- 1695: Erste Erwähnung von Juden im Ort
- Ca. 1720: Bau einer Synagoge mit Schule und Mikwe (Ritualbad)
- 1848: Höchststand mit 20 Familien und 101 Mitgliedern
- 1898: Kultusgemeinde aufgelöst, verbliebene Familien schlossen sich Bad Windsheim an
- 1985: Abbruch der ehemaligen Synagoge
Die Gemeinde wurde auch von Juden aus Dottenheim besucht, weshalb sie zeitweise als „Kaubenheim-Dottenheim“ bekannt war. Bestattungen fanden auf dem jüdischen Friedhof in Obernzenn statt.
Verwaltungsgeschichte
- 1797–1810: Kaubenheim unterstand dem Justizamt Külsheim und Kammeramt Ipsheim
- 1810: Kaubenheim kommt zum Königreich Bayern
- 1811: Steuerdistrikt Kaubenheim gebildet (mit Berolzheim, Nundorfermühle, Rehhof, Rüdisbronn)
- 1817: Ruralgemeinde Kaubenheim gebildet
- 1. Januar 1978: Eingemeindung nach Markt Ipsheim im Rahmen der bayerischen Gebietsreform
Sehenswürdigkeiten
Bergkirche St. Michael
Die Bergkirche ist vermutlich die Nachfolgerin einer Burgkapelle aus dem 11./12. Jahrhundert. Der Standort auf dem Berg wurde gewählt, weil Bestattungen im Tal wegen des wasserreichen, sumpfigen Geländes nicht möglich waren. Nach der Zerstörung durch Blitzschlag 1687 wurde sie bis 1717 wiederaufgebaut. Gottesdienste finden von Ostern bis zur Kirchweih im Oktober statt.
Kapelle St. Laurentius — „Käpalla“
Die Kapelle datiert auf das 11. Jahrhundert und wurde 1998 zum Gemeinschaftshaus umgebaut. Sie ist denkmalgeschützt. Gottesdienste finden von November bis Ostern statt.

Kriegerdenkmal
Das Kriegerdenkmal wurde am 28. Juli 1923 zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs eingeweiht.
Kaubenheim heute

